Lycidas - Christoph Marzi

Titel: Lycidas
Autor: Christoph Marzi
Verlag: Heine - 861 Seiten
Erscheinungsdatum: 2004
2. Teil: Lilith
Rezension von mgp
Inhalt:
Mit Inhaltsangaben tue ich mich immer so schwer – und besonders mit diesem vielschichtigen Buch. Was aber eher an mir und nicht dem Buch liegt.
Die Handlung spielt im London der Gegenwart und erzählt des 12-jährigen Waisenmädchens Emily Laing. Sie hat ein hartes Leben in einem unmenschlichen Waisenhaus. Ihr gesamtes Leben wird aber auf den Kopf gestellt, als sie eines Tages von einer Ratte angesprochen wird, die ihre Hilfe braucht. Ein kleines Kind wurde aus dem Waisenhaus entführt.
Emily geht zusammen mit ihrer Freundin Aurora Fitzrovia auf die Suche nach dem Kind und taucht ein, in eine Stadt unter der Stadt. Eine Stadt, in der Elfen, Engel, Werwölfe und gefallene Gottheiten leben. Sie verstrickt sich immer mehr in die Intrigen, die sich um die beiden mächtigsten Häuser der Stadt winden. Nach und nach kommt sie hinter das Geheimnis ihrer eigenen Herkunft und sucht den mysteriösen Lycidas auf, der anscheinend im Hintergrund alle Fäden zieht.
Eindruck:
Lycidas ist der erste Teil einer Trilogie. Christoph Marzi hat mit diesem Buch eine komplett andere Welt geschaffen, die parallel zu unserer existiert. Besonders faszinierend sind die vielen mythologischen Figuren und Götter, die in die Handlung miteingebunden ist (könnt ihr euch Anubis als Großkanzler von Kensington vorstellen?). Zu lesen ist es auch außerordentlich leicht und flüssig. Lycidas ist in drei Teile unterteilt, die auf den ersten Blick separat erscheinen. Gegen Ende führen sie alle aber wieder zueinander. Noch eine Kleinigkeit, die mir besonders gut gefallen hat: Das Cover ist wunderschön.
Nun zu den eher negativen Eindrücken, die ich hatte: Marzi übertreibt es etwas. Zwar sind die vielen mythologischen Figuren sehr interessant, aber manchmal hat man das Gefühl es ist zuviel des Guten. Das Gleiche gilt für bestimmte Gags. Bei den ersten fünfmal, bei denen Wittgenstein mit einem „Frag nicht!“ bzw. „Diese Kinder!“ antwortet, schmunzelt man noch mit. Bei den anderen 50 mal wars dann doch eher etwas nervig.
Fazit:
4 von 5
Lycidas ist ein schönes, gemütliches, faszinierendes und auf jeden Fall auch empfehlenswertes Buch. Zwar weist die Handlung immer noch einige Mängel auf, aber die kann man ruhig in Kauf nehmen. Es gibt zwar, und das ist indiskutabel, bessere Bücher, aber auch viel viel schlechtere.
mgp - Apr 28, 12:54

vertippt ^^""
*ironischer unterton: /on*
kann halt nicht jeder so perfekt sein wie du
*ironischer unterton: /off*